Interessante Fallbeispiele und Grundsatzartikel

Schulzentrum mit Asbestzement-Fassadenplatten

aus der Deutschen Malerzeitschrift "Die Mappe" 11/94

Am Beispiel des Friedrich-Ebert-Schulzentrums in Sandhausen wird die Problematik der Instandsetzung von Gebäuden mit Asbestzement-Elementen aufgezeigt und was ein Malerbetrieb im einzelnen berücksichtigen muß, damit die zu erbringende Leistung in allen Teilen dem erforderlichen Arbeitsschutz sowie den damit zusammenhängenden Verordnungen entspricht.

Das Friedrich-Ebert-Schulzentrum in Sandhausen vor der Sanierung. Typische Schadensbilder: Verunreinigungen, Moose und Algen sowie Feuchtigkeitsschäden und Graffities
Das Friedrich-Ebert-Schulzentrum in Sandhausen vor der Sanierung. Typische Schadensbilder: Verunreinigungen, Moose und Algen sowie Feuchtigkeitsschäden und Graffities
Mitarbeiter des Malerbetriebs Day bei der Neubeschichtung der Asbestzement- Fassadenplatten
Mitarbeiter des Malerbetriebs Day bei der Neubeschichtung der Asbestzement- Fassadenplatten

Zum Objekt

Das Schulzentrum der Gemeinde Sandhausen (14000 Einwohner) wurde 1972 erbaut. Da im Großraum Heidelberg ein namhafter Hersteller von Asbestzement-Produkten ansässig ist, wurde der Komplex wie viele andere Gebäude in der Umgegend mit einer vorgehängten Fassade aus Asbestzement - Fassadenplatten verkleidet. Die Nutzung des Gebäudes durch die Schülergenerationen der letzten zwei Jahrzehnte hat zunächst vor allem im Innern des Gebäudekomplexes ihre Spuren hinterlassen. Im Vorfeld der nachfolgend beschriebenen Sanierung der Fassadenflächen sind daher folgerichtig zunächst die Klassenzimmer und die Flure durch den Maler renoviert worden. Witterungseinflüsse und Umweltbelastungen wie Atmosphärilien bzw. Schadgase sind auch an der Fassade des Friedrich-Ebert-Schulzentrums in den letzten 22 Jahren nicht spurlos vorbeigegangen. Daher hatte die Gemeinde den Wunsch, die vorhandenen Asbestzement- Fassadenplatten sanieren zu lassen, um wieder eine ansprechende Optik und einen dauerhaften Oberflächenschutz zu erreichen.

Die Problematik des Untergrunds

Das Thema "Umweltgefahr durch Faserabwitterung bei Asbestzement" hat bei allen Beteiligten der Branche zu einer zunehmenden Sensibilisierung geführt. Aufgrund fehlender oder unklarer gesetzlicher Anforderungen bzw. normativer Vorgaben, die Sanierung von Asbestzement durch Beschichtungen betreffend, herrscht ständig wachsende Verunsicherung, sowohl bei ausschreibenden Stellen, Planern und Ingenieuren, als auch im Maler- und Lackiererhandwerk.
Fachlich meist unqualifizierte Veröffentlichungen in der Boulevard-Presse haben in der Vergangenheit weiterhin zu einer negativen Beeinflussung der öffentlichen Meinung und des privaten Verbrauchers geführt. Statt auf der Grundlage korrekter journalistischer Recherchen sachlich aufzuklären, haben viele Medien leider nur zu einer "steigenden Umwelthysterie" beigetragen. Der Oberflächenschutz von Asbestzement-Produkten, insbesondere den fest gebundenen Asbestzement - Fassadenplatten, war schon seit Verwendung dieser Produkte ein Aufgabengebiet für das Maler- und Lackiererhandwerk. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß Asbestzement-Produkte mittlerweile wegen ihrer krebsauslösenden Eigenschaften der infolge abgewitterter Asbestfasern kontaminierten atembaren (Raum-) Luft als Gefahrstoffe klassifiziert sind. Am Beispiel der Instandsetzung der Asbestzement- Fassadenplatten des Friedrich-Ebert-Schulzentrums in Sandhausen kann aufgezeigt werden, daß die Sanierung und Instandhaltung fest gebundener Asbestzement- Produkte durch Beschichtungen ein Arbeitsgebiet darstellt, das vom Maler und Lackierer mit leistungsfähigen Werkstoffen sicher und dauerhaft bearbeitet werden kann, ohne den personenbezogenen Arbeitsschutz oder die Umweltaspekte außeracht zu lassen.

Bei der Entscheidung zur Farbgestaltung des Schulzentrums (von links): Malermeister Day, Fachberater Oberacker, Ortsbaumeister Kraft und Dipl-Ing. (FH) Rolof vom iba-INSTITUT
Bei der Entscheidung zur Farbgestaltung des Schulzentrums (von links): Malermeister Day, Fachberater Oberacker, Ortsbaumeister Kraft und Dipl-Ing. (FH) Rolof vom iba-INSTITUT

Totalsanierung oder Anstrich?

Zunächst hat sich die Gemeinde in ihrem Wunsch nach einer neuen ansprechenden Optik für das Schulzentrum folgerichtig an den Hersteller der Asbestzement-Platten gewandt. Für ein Sanierungskonzept unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sah man sich jedoch herstellerseitig außerstande und wollte vielmehr die vorhandenen Asbestzement- Fassadenplatten demontieren, entsorgen sowie durch Faserzementplatten ersetzen. Hierfür sah man jedoch seitens der Gemeinde eigentlich keine Notwendigkeit, da mit Ausnahme der Oberflächenbeschaffenheit die Asbestzement- Fassadenplatten intakt waren. Lediglich einzelne Platten waren infolge mechanischer Beanspruchungen (z.B. durch Ballspiele) beschädigt worden. Nachdem der Hersteller der Asbestzement- Fassadenplatten kein wirtschaftliches Konzept für Instandhaltungsmaßnahmen vorgeben konnte (... oder wollte), empfahl dieser der Gemeinde für die Sanierung der vorgehangenen asbesthaltigen Fassadenflächen sinngemäß: "... dann sucht Euch doch einen Maler!"

Maler gesucht

Wie gut, daß es da Helmut Oberacker, Malermeister und Fachberater der Firma Dinova, gab. Unter seiner Federführung wurden schon viele tausend Quadratmeter vorgehängte Asbestzement- Fassadenplatten mit einem dauerhaften Oberflächenschutzsystem versehen, als solche Maßnahmen noch nicht in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt waren. Die Ergebnisse stehen hier stellvertretend für viele Fachberater und namhafte Hersteller bauchemischer Produkte, die in der Vergangenheit dem Maler- und Lackiererhandwerk bei der Lösung anstrichtechnischer Problemstellungen durch technische Beratung und ausgereifte Werkstoffe zur Seite gestanden haben. Auf der Grundlage des vorgeschlagenen Sanierungskonzepts wurde anschließend ein Leistungsverzeichnis erstellt und die notwendigen Maßnahmen zur Instandhaltung der vorgehängten Asbestzement- Fassadenplatten öffentlich ausgeschrieben. Den Zuschlag für die Ausführung der Arbeiten erhielt schließlich der Malerbetrieb Day & Sohn aus Waghäusel. Da im Vorfeld der ausgeschriebenen Maßnahmen zur Instandhaltung der Fassadenflächen am Schulzentrum in Sandhausen umfangreiche Vorkehrungsmaßnahmen erforderlich waren, sollten die Arbeiten in zwei Bauteilabschnitten in den Schulferien Ostern '94 und Sommer '94 ausgeführt werden. Nachdem sowohl das Sanierungskonzept, als auch die Frage nach dem ausführenden Malerbetrieb zufriedenstellend gelöst werden konnte, blieb als letztes noch der Wunsch der Gemeinde Sandhausen an den Werkstofflieferanten nach verschiedenen Farbvorschlägen der zu gestaltenden Fassadenflächen des Schulzentrums.

Kreative Schüler haben den Eingangsbereich mit Dekorputz, Fliesen, Glasscherben und Farben gestaltet
Kreative Schüler haben den Eingangsbereich mit Dekorputz, Fliesen, Glasscherben und Farben gestaltet

Das Farbkonzept

Hier konnte man bei Dinova auf die gute Zusammenarbeit mit dem Institut für Beschichtungen, Bodenbeläge und Anstrichtechnik (iba) in Koblenz zurückgreifen. Nicht nur in technischer Hinsicht arbeitet man mit den Sachverständigen Dipl-Ing. (FH) Annette Gottfried und Dipl-Ing. (FH) Hans-Joachim Rolof aus Koblenz zusammen, wenn es um spezielle Objektdiagnosen und/oder die Erstellung von Gutachten bzw. Material- und Werkstoffprüfungen geht. Im iba-Design-Studio wurden mehrere Alternativen zur farbigen Gestaltung der Fassadenflächen des Friedrich-Ebert-Schulzentrums erarbeitet und der Gemeinde Sandhausen zur weiteren Entscheidungsfindung vorgelegt. Unter Mitwirkung von Helmut Oberacker wurde in Zusammenarbeit mit Ortsbaumeister Kraft eine erste Vorauswahl getroffen, anhand derer der ausführende Malerbetrieb Day dann Musterflächen angelegt hat.

Leistungsfähiger Malerbetrieb

Zum Leistungsprogramm der Malerwerkstätte Day & Sohn gehören neben den üblichen Malerarbeiten auch Fassadenrenovierungen, Korrosionsschutzarbeiten, Bodenbelagsarbeiten sowie ein leistungsfähiger Gerüstbau für den eigenen Bedarf. Malermeister Day, Betriebsinhaber in der dritten Generation, weiter zum Objekt: "Bereits vor zwei Jahren haben wir uns in unserem Malerbetrieb auch auf die Sanierung und Instandhaltung fest gebundener Asbest-Produkte spezialisiert. Hierzu haben wir einen Teil unserer Mitarbeiter hinsichtlich der Erfordernisse beim Umgang mit asbesthaltigen Baustoffen speziell geschult, so daß sichergestellt ist, daß immer mindestens eine nach Anlage 4 der TRGS 519 auf ihre Sachkunde geprüfte Person die Arbeiten beaufsichtigen kann. Damit genügen wir heute nicht nur den Vorgaben der Gewerbeaufsicht und der Berufsgenossenschaft, sondern können auch dem Kunden gegenüber, hier im speziellen Fall der Gemeinde Sandhausen, unsere Fachkompetenz bei der Instandhaltung der vorgehängten Asbestzement- Fassadenplatten unter Beweis stellen. Wie aber stehen die Mitarbeiter des Waghäuseler Malerbetriebs zur Problematik der Instandhaltung fest gebundener Asbest-Bauprodukte? "Bei mir und meinen Kollegen bestehen keine Vorbehalte in der Überarbeitung bzw. Sanierung vorgehängter Asbestzement- Fassadenplatten tätig zu werden, wenn die Vorkehrungen zur Arbeitssicherheit und zum personenbezogenen Arbeitsschutz durchgehalten und durchgezogen werden. Schließlich haben wir schon früher solche Untergründe dauerhaft und sicher mit Oberfächen-Schutzsystemen versehen. Heute kommt uns dabei die gute Verarbeitungs- und Anwendungstechnologie moderner Werkstoffsysteme zugute. Angefangen hat das alles bei uns im Betrieb mit einem "Versuchsobjekt" des Baden-Werks, das Malermeister Oberacker beraten hatte. Hier war das Wohnhaus für Mitarbeiter des Elektrizitätswerks mit vorgehängten Asbestzement- Fassadenplatten versehen und mußte überarbeitet werden. Mittlerweile haben wir viele tausend Quadratmeter solcher Fassadenkonstruktionen, die bei uns in der Gegend an zahlreichen Wohngebäuden und Hochhäusern vorhanden sind, mit einem Beschichtungssystern versehen, wodurch nicht nur der Faserabwitterung infolge der Witterungseinflüsse Einhalt geboten wurde, sondern auch die Möglichkeit bestand, diese Fassaden optisch anspruchsvoll zu gestalten."

Gewußt wie...

Auf die einzelnen notwendigen Arbeitsschritte zur Instandhaltung der vorgehängten Fassadenkonstruktion des Schulzentrums in Sandhausen angesprochen, äußerte sich Peter Heckner vom Stammwerk der Firma Dinova aus Königswinter, mit dem Helmut Oberacker sämtliche Schritte im einzelnen abgestimmt hatte: "Zunächst war es erforderlich, solche Fassadenplatten, die durch Ball- und Wurfspiele der Schüler beschädigt worden waren, entsprechend der TRGS 519 zu entfernen und zu entsorgen. Da mechanische Vorbereitungsmaßnahmen des Untergrunds, wie etwa Dampfstrahl- Hochdruckreinigung oder ähnliche Maßnahmen, dem Maler entsprechernd dieser technischen Regel für Gefahrstoffe untersagt worden sind, haben wir es als sinnvoll erachtet, die Asbestzement - Fassadenplatten zumindest drucklos mit Wasser zu beaufschlagen, um dort anhaftende Verunreinigungen und Verschmutzungen unter Zuhilfenahme einer besonders weichen Bürste mit viel Wasser "abzuwaschen". Über den weiteren Beschichtungsaufbau sagte uns Helmut Oberacker: "Unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, daß eine zweikomponentige Spezialgrundierung am besten dazu geeignet ist, auf derart problematischen Untergründen eine Haftbrücke zum nachfolgenden Beschichtungssystem zu bilden. Schließlich sind die hier in Rede stehenden Asbestzement- Fassadenplatten bereits werksseitig mit einem silikatischen Anstrichmittel versehen worden, welches bekanntermaßen als besonders problematischer Beschichtungsuntergrund für wasserbasierte Systeme zu sehen ist. Und solche wasserbasierten Beschichtungssysteme wollen wir aus dem Haus Dinova im Zeichen stetig steigender Umweltdiskussionen natürlich lieber einsetzen, als die gut funktionstüchtigen lösemittelhaltigen Systeme der Vergangenheit. Nochmals Peter Heckner zur Problematik der Grundierung solcher ehemals werksseitig mit silikatischen Anstrichmitteln versehenen Asbestzement- Fassadenplatten: "Bei unserer zweikomponentigen Spezialgrundierung handelt es sich um ein Material mit einem besonders hohen Festkörpergehalt, so daß es sich gut zur Bindung der Asbestfasern eignet und damit eine weitere Faserabwitterung infolge der Umwelteinflüsse schon mit der Grundierung vermieden wird. Damit wir eine gute Penetration erreichen, ist es leider noch notwendig, diese Spezialgrundierung mit einem Spezialverdünner zu versehen. Wir sind bestrebt, auch solche Produkte künftig wasserverdünnbar herzustellen, möchten aber erst dann mit diesen Produkten auf den Markt gehen, wenn sie technisch ausgereift sind.

Problematische Untergrundvorbereitung

"Unter Beachtung der stark restriktiv eingeschränkten Vorbereitungsmaßnahmen des Untergrunds, wie sie ansonsten im Maler- und Lackiererhandwerk üblich sind, und hierunter verstehe ich auch das Hochdruck-Dampfstrahlen zur Vorbereitung verschmutzter, vermooster oder veralgter Untergründe, ist es unabdingbar erforderlich, daß mit einer Grundierung solche anhaftenden Verschmutzungen auch hinreichend gebunden werden, wenn sie schon nicht entfernt werden können. Für die Zwischen- und Schlußbeschichtung haben sich bei den Instandsetzungsmaßnahmen von Asbestzement- Faserplatten die wasserverdünnbaren Produkte aus unserem Betonschutz-Programm bewährt. Besonders die wasserverdünnbare Methacrylat-Dispersion besitzt einen hohen sd-Wert hinsichtlich der diffusionsäquivalenten Luftschichtdicke. Gleichzeitig zeichnet sich dieser Werkstoff durch eine gute Wasserdampfdiffusion aus. Schließlich muß bedacht werden, daß solche vorgehängten Fassadenkonstruktionen in der Regel und normalerweise nur einseitig, d. h. von außen behandelt bzw. beschichtet werden. Durch geeignete Maßnahmen bei der Farbtonauswahl ist daher sicherzustellen, daß es infolge Sonneneinstrahlung nicht zu derartigen thermischen Wechselwirkungen und Aufheizungen kommt, daß etwa "Bombadierungen" (also Verformungen und Verwerfungen) zu erwarten sind." Unter dem vorgenannten Aspekt zur Farbtonauswahl und damit in Zusammenhang stehender Problemstellungen äußert sich auch Ortsbaumeister Kraft: "Die Farbvorschläge zur Gestaltung unseres Schulzentrums haben maßgebend dabei geholfen, die Fassade letztendlich so zu gestalten, wie wir sie uns heute hier im Rahmen des Ortstermins ansehen können. Der erfreuliche Gesamteindruck wird bestimmt durch die in hellen Farben freundlich gehaltene Fassade." Vor der Applikation des Beschichtungssystems zeigte die Fassade die üblichen "Graffities", die wir bei so vielen öffentlichen Gebäuden beobachten können. Die unbekannten Künstler hatten sich an zahlreichen, einzelnen Asbestzement- Fassadenplatten in verschiedenen Bauteilabschnitten im Erdgeschoßbereich des Schulzentrums "verwirklicht". Darüber hinaus waren an verschiedenen Bauteilbereichen erhebliche Verschmutzungen und Verfleckungen einzelner Asbestzement- Fassadenplatten zu beobachten, die konstruktionsbedingt unterschiedlich in Augenschein traten. Nachdem die Mitarbeiter der Malerwerkstätten Day die gröbsten Verunreinigungen mittels drucklosem Wasserstrahl und vorsichtigem Abreiben mit einer besonders weichen Bürste soweit als möglich entfernt hatten, konnte mit der Applikation des zuvor beschriebenen Beschichtungssystems begonnen werden. Im Rahmen des Ortstermins konnten wir uns von der gelungenen Sanierungsmaßnahme im Rahmen der Instandhaltung der Asbestzement- Fassadenplatten am Schulzentrum Sandhausen überzeugen. Wie aber wird vermieden, daß nicht "einfallsreiche Sprayer" wieder ihr kreatives Werk treiben?

Schulzentrum

Achtung Meldepflicht!

Selbstverstandlich hat der ausführende Malerbetrieb die Arbeiten an den vorgehängten Asbestzement- Fassadenplatten des Schulzentrums rechtzeitig vor Beginn der Maßnahmen bei der Gewerbeaufsicht und der Berufsgenossenschaft entsprechend den Vorgaben der TRGS 519 angemeldet. Hierzu Malermeister Day: "Die zuständigen Behörden und die Berufsgenossenschaft zeigten sich sehr kooperativ." Nachdem während der Instandsetzungsarbeiten im Rahmen des ersten Bauteilabschnitts in den Schulferien Ostern '94 alles nach Plan gelaufen war und keine nennenswerten Schwierigkeiten auftraten, sind die Arbeiten schließlich in den Sommerferien '94 abgeschlossen und fertiggestellt worden. Noch bevor "die letzten Gerüste gefallen sind", besichtigte Dipl-Ing. (FH) und Malermeister Hans-Joachim Rolof vom iba die Fassadenflächen des Schulzentrums, um die Besonderheiten einer Instandhaltungsmaßnahme von fest gebundenen Asbestzement-Produkten einmal an diesem Beispiel anschaulich beschreiben zu können. Malermeister Day zum Ablauf: "Ca. 3000 qm der Fassadenflächen des Schulzentrums bestehen aus vorgehängten Asbestzement- Fassadenplatten und mußten im Rahmen der Instandhaltung überarbeitet bzw. vor Faserabwitterung durch Umwelteinflüsse geschützt werden."

Pfiffiger Ortsbaumeister

Hierzu hat sich Ortsbaumeister Kraft etwas Besonderes einfallen lassen. "Um den Kreativen unter unseren Schülern die Gelegenheit zu geben, sich auszutoben, habe ich dem Kunsterzieher unserer Schule vorgeschlagen, den Eingangsbereich unserer Schule doch farbig zu gestalten und mit Ornamenten oder Ähnlichem zu versehen. Im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbs wurde also dieser Eingangsbereich den Schülern zur freien Gestaltung zur Verfügung gestellt. Ich bin mir aber darüber im Klaren, daß wir die Kreativität unserer Schüler noch weiter in bestimmte Bahnen lenken sollten, um unsere gerade frisch renovierte Fassade unseres Schulzentrums noch lange in diesem Zustand zu erhalten. Daher habe ich im Erdgeschoßbereich der Turnhalle den Schülern einige freie und gut zugängliche Asbestzement- Fassadenplatten zur Verfügung gestellt, die diese in freier Technik gestalten können." Wie im Rahmen des Ortstermins ersichtlich war, sind die Schüler der Aufforderung des Ortsbaumeisters zur Gestaltung des Eingangsbereichs gern nachgekommen, wie den Bildern dieser Seite zu entnehmen ist. Auch die in Sandhausen tätigen "findigen Sprayer" der Gemeinde (es müssen ja nicht immer Schüler sein) haben sich bereits an den im Erdgeschoß zugänglichen Asbestzement- Fassadenplatten der Turnhalle "verewigt".

Nach der Sanierung: Werterhaltung, Schutz und Ästhetik durch Farbgestaltung und moderne Anstrichsysteme
Nach der Sanierung: Werterhaltung, Schutz und Ästhetik durch Farbgestaltung und moderne Anstrichsysteme

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